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Futterqualität endet nicht im Silo

Von der Silage bis zum Futtertisch: Warum Futterhygiene über den Erfolg moderner Milchviehbetriebe entscheidet

Futterqualität endet nicht im Silo

Die Anforderungen an moderne Milchviehbetriebe steigen kontinuierlich. Hohe Milchleistungen, steigende Rohstoffkosten, strengere Anforderungen an Tierwohl und Nachhaltigkeit sowie ein zunehmender Verzicht auf antibiotische Maßnahmen erfordern ein ganzheitliches Management entlang der gesamten Fütterungskette.

Dabei wird ein Faktor häufig unterschätzt: die Futterhygiene.

Während der Fokus oft auf der Nährstoffzusammensetzung einer Ration liegt, entscheiden in der Praxis häufig mikrobiologische Prozesse darüber, ob die enthaltenen Nährstoffe tatsächlich beim Tier ankommen. Hefen, Schimmelpilze, unerwünschte Bakterien und Nacherwärmung können die Futterqualität an verschiedenen Stellen der Produktionskette beeinträchtigen – von der Silierung über die Lagerung bis hin zur Totalen Mischration (TMR) am Futtertisch.

Für Futtermittelhersteller, Berater und Milchviehbetriebe wird deshalb ein ganzheitlicher Ansatz zur Futterhygiene immer wichtiger.

Die größten Risiken entlang der Fütterungskette

Mikrobiologische Belastungen entstehen nicht erst am Futtertisch. Bereits während der Ernte, Lagerung und Verarbeitung können unerwünschte Mikroorganismen die Qualität von Futtermitteln beeinträchtigen.

Zu den häufigsten Herausforderungen zählen:

  • Schimmelbildung in Silagen und Getreide
  • Bildung von Mykotoxinen
  • Nacherwärmung von Silagen und Mischrationen
  • Verlust leicht verfügbarer Energie
  • Verminderte Schmackhaftigkeit
  • Belastungen durch pathogene Keime

Die Folgen reichen von geringeren Tageszunahmen und reduzierter Milchleistung bis hin zu einer verschlechterten Futtereffizienz und höheren Produktionskosten.

Silagequalität als Grundlage für leistungsfähige Rationen

Eine stabile Silage bildet die Basis jeder erfolgreichen Wiederkäuerfütterung. Besonders bei Mais- und Grassilagen können Hefen und Schimmelpilze nach dem Öffnen des Silos rasch aktiv werden. Die Folge sind Nacherwärmung, Energieverluste und eine reduzierte Futteraufnahme.

Neben den direkten Nährstoffverlusten steigt gleichzeitig das Risiko der Bildung unerwünschter Stoffwechselprodukte und Mykotoxine.

Für die Stabilisierung von Silagen und CCM kommen seit vielen Jahren organische Säuren zum Einsatz. Sie hemmen das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen und tragen dazu bei, die aerobe Stabilität zu verbessern.

Produkte auf Basis von Propionsäure und ihren Derivaten, wie beispielsweise PropiSave®, werden eingesetzt, um Schimmelbildung zu reduzieren, Nährstoffverluste zu minimieren und die Lagerstabilität von Silagen und Getreide zu erhöhen.

Getreide- und Futtermittelhygiene – Qualität bis zur Verarbeitung sichern

Auch nach der Ernte bleibt die Kontrolle mikrobieller Belastungen eine zentrale Aufgabe. Besonders in feuchten Rohwaren können Hefen, Schimmelpilze und Bakterien erhebliche Qualitätsverluste verursachen.

Organische Säuren übernehmen hier mehrere Funktionen gleichzeitig:

  • Stabilisierung des pH-Wertes
  • Hemmung unerwünschter Mikroorganismen
  • Verlängerung der Lagerfähigkeit
  • Sicherung der Rohstoffqualität

Insbesondere ameisensäurebasierte Konzepte haben sich in der Futtermittelkonservierung bewährt. Sie reduzieren die Keimbelastung und unterstützen gleichzeitig eine stabile Futterqualität über längere Lagerzeiträume.

FormicSave® basiert auf gepufferter Ameisensäure und wurde entwickelt, um Futtermittelhygiene und Futterverwertung gleichermaßen zu unterstützen. Neben der antibakteriellen Wirkung kann die Regulierung des pH-Wertes dazu beitragen, die Nährstoffverfügbarkeit zu verbessern.

TMR-Stabilität: Der letzte entscheidende Schritt

Selbst hochwertige Silagen und hygienisch einwandfreie Futtermittel garantieren noch keine optimale Futteraufnahme. Die Qualität muss bis zum Zeitpunkt der Aufnahme erhalten bleiben.

Genau hier kommt die Totale Mischration ins Spiel.

Die TMR ermöglicht eine gleichmäßige Versorgung der Tiere mit Energie, Struktur und Nährstoffen. Gleichzeitig stellt sie jedoch ein ideales Substrat für Hefen und andere Mikroorganismen dar.

Besonders kritisch sind:

  • hohe Umgebungstemperaturen
  • feuchte Nebenprodukte
  • lange Vorlagezeiten
  • hohe Energiedichten

Bereits wenige Stunden nach dem Mischen kann eine Nacherwärmung einsetzen. Die Folgen sind sinkende Schmackhaftigkeit, reduzierte Trockenmasseaufnahme und geringere Milchleistungen.

Für Milchkühe bedeutet eine stabile TMR daher weit mehr als nur eine frische Ration – sie ist ein wesentlicher Faktor für Leistung, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit.

Organische Säuren zur Stabilisierung von Mischrationen

Zur Verbesserung der aeroben Stabilität werden spezielle Säurekonzepte eingesetzt, die gezielt Hefen und Schimmelpilze hemmen.

Dadurch lassen sich:

  • Nährstoffverluste reduzieren
  • die Frische der Ration verlängern
  • die Futteraufnahme stabilisieren
  • Restfuttermengen reduzieren

Ein Beispiel hierfür ist die ProMyr™ TMR-Produktfamilie. Die verschiedenen Formulierungen wurden entwickelt, um unterschiedliche Rationszusammensetzungen – von klassischen Gras- und Maissilagerationen bis hin zu Mischungen mit hohem Nebenproduktanteil – gezielt zu stabilisieren. Untersuchungen zeigen, dass behandelte Mischrationen deutlich länger aerob stabil bleiben können als unbehandelte Rationen.

Wasserhygiene nicht vergessen

Neben Futter und Silage spielt auch die Qualität des Tränkewassers eine entscheidende Rolle.

Wasser wird häufig als Nährstoff unterschätzt, beeinflusst jedoch direkt:

  • Futteraufnahme
  • Verdauung
  • Tiergesundheit
  • Leistung

Mikrobielle Belastungen und Biofilme in Tränkesystemen können die Wasserqualität erheblich beeinträchtigen.

Säurebasierte Wasserhygienekonzepte helfen dabei, den pH-Wert zu regulieren, die Bildung von Biofilmen zu reduzieren und das Wachstum unerwünschter Keime einzuschränken.

Produkte wie ProPhorce™ kombinieren verschiedene organische Säuren und können so einen Beitrag zur Wasserhygiene und Darmgesundheit leisten.

Futterhygiene ganzheitlich betrachten

Die größten Erfolge entstehen selten durch Einzelmaßnahmen. Entscheidend ist vielmehr die Betrachtung der gesamten Fütterungskette.

Von der Silierung über die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur fertigen TMR und dem Tränkewasser greifen zahlreiche Faktoren ineinander. Organische Säuren haben sich dabei als vielseitiges Werkzeug etabliert, um Qualität, Stabilität und Hygiene auf unterschiedlichen Ebenen zu unterstützen.

Für Futtermittelhersteller eröffnen sich dadurch Möglichkeiten zur Entwicklung leistungsfähiger und sicherer Fütterungskonzepte. Milchviehbetriebe profitieren von einer höheren Futtereffizienz, stabileren Leistungen und einer besseren Ausnutzung wertvoller Rohstoffe.

Futterhygiene entlang der gesamten Fütterungskette

Eine stabile und leistungsfähige Milchviehfütterung beginnt nicht erst am Futtertisch. Jede Stufe der Fütterungskette beeinflusst die Qualität, Hygiene und Verfügbarkeit von Nährstoffen.


Bereich Herausforderung Lösungsansatz
Silage Hefen, Schimmel, Nacherwärmung, Mykotoxine PropiSave® SIL
Getreidelagerung Schimmelbildung, Nährstoffverluste PropiSave® LC
Futtermittel Bakterielle Belastung, Futterhygiene FormicSave® LC
Totale Mischration (TMR) Nacherwärmung, sinkende Schmackhaftigkeit ProMyr™
Tränkewasser Biofilme, Keimbelastung, pH-Wert ProPhorce™

Der entscheidende Vorteil: Organische Säuren können entlang der gesamten Fütterungskette eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Qualitätsverluste reduzieren, die Futteraufnahme stabilisieren und die Leistungsfähigkeit der Tiere nachhaltig unterstützen.

Fazit

Futterhygiene ist weit mehr als die Vermeidung von Schimmel oder Verderb. Sie beeinflusst die gesamte Wertschöpfungskette der Milchproduktion – von der Silierung über die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur fertigen Mischration und dem Tränkewasser.

Eine konsequente Kontrolle mikrobiologischer Risiken trägt dazu bei, Nährstoffverluste zu reduzieren, die Futteraufnahme zu sichern und die Leistung der Tiere nachhaltig zu unterstützen. Besonders die Stabilität der Totalen Mischration (TMR) gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, da sie direkten Einfluss auf Schmackhaftigkeit, Trockenmasseaufnahme und Milchleistung hat.

Organische Säuren haben sich entlang der gesamten Fütterungskette als vielseitiges Werkzeug etabliert. Sie unterstützen die Konservierung von Silagen und Getreide, fördern die Futtermittel- und Wasserhygiene und helfen, die Frische und Stabilität von Mischrationen zu erhalten.

Für Futtermittelhersteller, Berater und Milchviehbetriebe eröffnet ein ganzheitlicher Ansatz zur Futterhygiene die Möglichkeit, nicht nur die Qualität von Rohstoffen zu sichern, sondern deren tatsächliche Verwertung im Tier zu optimieren. Damit wird Futterhygiene zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor für Tiergesundheit, Futtereffizienz und Wirtschaftlichkeit.

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Quellenverzeichnis
  • DLG e.V. (2023): DLG Information – Silierung von Gras, Luzerne, Kleegras und Feldgras. https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Rinder/DLG_Information_01_23.pdf, Zugriff am: 18.06.2026
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) (2024): Gruber Tabelle zur Fütterung der Milchkühe, Zuchtrinder, Schafe und Ziegen. https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/gruber_tabelle_milchvieh-2024_lfl-information.pdf, Zugriff am: 18.06.2026
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Einfluss der Fütterung einer Kompakt-Mischration auf Leistung und Futteraufnahme von Milchkühen. https://www.lfl.bayern.de/ite/rind/155446/index.php, Zugriff am: 18.06.2026
  • DLG e.V. (2024): DLG-Merkblatt 495 – Prüfkriterien zur Ableitung von Optimierungspotenzialen bei der Silagebereitung. https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Merkblaetter/dlg-merkblatt_495_Tabellen_Literatur.pdf, Zugriff am: 18.06.2026
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Biertreber – ein bekanntes Futtermittel neu getestet. https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/news/35598_Biertreber_-_ein_bekanntes_Futtermittel_neu_getestet, Zugriff am: 18.06.2026
  • Milchpraxis: TMR-Fütterung: Do's and Don'ts. https://www.milchpraxis.com/totale-mischration-tmr/, Zugriff am: 18.06.2026
  • Unternehmensinterne Quellen: BÜFA Agrarportfolio 2025.
    Produktinformationen zu:
    • ProMyr™ TMR
    • PropiSave® LC
    • PropiSave® SIL
    • FormicSave® LC
    • ProPhorce™ Produktreihe
    Agrarportfolio 08/2025.

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