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Calcium effizient nutzen statt höher dosieren: Neue Ansätze für eine nachhaltige Geflügelernährung

Warum Calcium mehr ist als nur ein Baustein für Knochen

Calcium, Phosphor und Phytase im Gleichgewicht: Warum die Bioverfügbarkeit über den Erfolg moderner Geflügelrationen entscheidet

Die Geflügelernährung steht heute vor einem Spannungsfeld: Einerseits sollen Futterkosten und Phosphoremissionen reduziert werden, andererseits dürfen weder Leistung noch Tiergesundheit leiden. Besonders herausfordernd ist dabei die Versorgung mit Calcium und Phosphor. Beide Mineralstoffe sind nicht nur für die Knochenentwicklung essenziell, sondern beeinflussen auch Enzymaktivitäten, Muskelkontraktionen, die Darmgesundheit sowie die Wirksamkeit eingesetzter Phytasen. Bereits kleine Veränderungen im Calcium-Phosphor-Verhältnis können erhebliche Auswirkungen auf die Nährstoffverwertung haben.

Warum „mehr Calcium“ nicht automatisch besser ist

In vielen Rationen wird Calcium als Sicherheitszuschlag eingesetzt. Dabei zeigt die Forschung seit Jahren, dass nicht allein die Menge entscheidend ist, sondern die Verfügbarkeit des Minerals im Verdauungstrakt.

Freie Calciumionen können mit Phytat schwer lösliche Calcium-Phytat-Komplexe bilden. Diese reduzieren die Phosphorverfügbarkeit und beeinträchtigen gleichzeitig die Wirkung von Phytasen. Zusätzlich beeinflussen Löslichkeit und Partikelgröße der eingesetzten Calciumquelle die Freisetzung des Minerals im Verdauungstrakt erheblich.

Für Futterformulierer bedeutet das: Eine Erhöhung des Calciumgehalts kann unter Umständen sogar zu einer schlechteren Nährstoffverwertung führen.

Die Bedeutung der Bioverfügbarkeit

Moderne Fütterungskonzepte konzentrieren sich deshalb zunehmend auf die Frage, wie Calcium effizienter genutzt werden kann.

Im Mittelpunkt steht dabei die Bioverfügbarkeit. Ziel ist es, ausreichend Calcium für Knochenbildung, Stoffwechsel und Wachstum bereitzustellen, ohne gleichzeitig die Phosphorverwertung zu beeinträchtigen.

Calciumpidolat verfolgt genau diesen Ansatz. Durch die Bindung von Calcium an Pidolsäure soll die Aufnahmefähigkeit des Minerals verbessert und dessen Verwertung im Organismus unterstützt werden. Dadurch können Wechselwirkungen zwischen Calcium und Phosphor reduziert werden.

Besonders interessant sind aktuelle Untersuchungen mit Broilern, bei denen Calcium- und Phosphorgehalte gezielt abgesenkt wurden.

In einem Versuch mit 800 Broilern konnten Tiere mit Calciumpidolat-Supplementierung trotz um 15 % reduzierter Calcium- und Phosphorgehalte vergleichbare beziehungsweise teilweise höhere Leistungen erzielen als Tiere der Kontrollgruppe. Gleichzeitig blieben die Blutparameter für Calcium und Phosphor stabil. Dies deutet darauf hin, dass die Versorgung des Organismus auch bei reduzierten Gehalten aufrechterhalten werden konnte. Allerdings muss man auch ergänzen, dass laut der Originalstudie die 30%-Reduktionsgruppe ohne Supplementierung deutliche Leistungseinbußen zeigt.

Auch andere Untersuchungen beschreiben vergleichbare Effekte hinsichtlich Futterverwertung, Calcium- und Phosphorretention sowie Knochenentwicklung bei Broilern unter reduzierten Calcium- und Phosphorbedingungen.

Knochenqualität als Leistungsfaktor

Die Bedeutung einer effizienten Calciumversorgung zeigt sich nicht nur im Wachstum, sondern auch in der Skelettentwicklung.

Untersuchungen zur Knochenqualität zeigten höhere Asche-, Calcium- und Phosphorgehalte in den Tibiae der Tiere sowie eine verbesserte Knochenstabilität. Gerade in modernen Hochleistungsherden gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung, da Skelettprobleme erhebliche wirtschaftliche Folgen verursachen können.

Nachhaltigkeit beginnt bei der Mineralstoffeffizienz

Neben den biologischen Effekten gewinnt auch die ökologische Komponente an Bedeutung.

Jedes Gramm Phosphor, das effizienter genutzt wird, reduziert den Bedarf an mineralischen Phosphatquellen und senkt die Ausscheidungen über die Exkremente. Damit trägt ein optimiertes Calcium- und Phosphormanagement nicht nur zur Wirtschaftlichkeit, sondern auch zu einer nachhaltigeren Geflügelproduktion bei.

Fazit

Die zukünftige Optimierung von Geflügelrationen wird weniger über höhere Mineralstoffgehalte als über deren effizientere Nutzung erfolgen. Entscheidend ist nicht die absolute Calciumkonzentration im Futter, sondern die Menge, die dem Tier tatsächlich zur Verfügung steht.

Moderne Calciumquellen wie Calciumpidolat eröffnen neue Möglichkeiten, die Balance zwischen Leistung, Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern. Für Futtermittelexperten und Geflügelhalter wird die gezielte Steuerung der Calcium- und Phosphorverwertung damit zunehmend zu einem zentralen Stellhebel erfolgreicher Fütterungskonzepte.

Als Partner der Landwirtschaft begleiten wir gemeinsam mit unserem Partner Norel S.A. unsere Kunden bei der Bewertung neuer Fütterungskonzepte und unterstützen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die Praxis zu übertragen.

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Quellenangaben
  • Pelicia, K. et al. (2009): Calcium levels and limestone particle size in the diet of commercial layers at the end of the first production cycle. Brazilian Journal of Poultry Science. https://www.scielo.br/j/rbca/a/WbZfwRX4ryHLMQWWDGFZLHS/, Zugriff: 17.06.2026.
  • Majeed, S. et al. (2020): Limestone particle size, calcium and phosphorus levels, and phytase effects on live performance and nutrient digestibility of broilers. Poultry Science. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7587709/, Zugriff: 17.06.2026.
  • Fondevila, G. et al. (2021): Effects of calcium pidolate supplementation on performance, Ca-P retention and bone development of broilers fed low Ca-P diets. Poultry Science Association Annual Meeting.DOI: 10.13140/RG.2.2.17957.22247, https://www.researchgate.net/publication/353829791, Zugriff: 17.06.2026.
  • Kihal, A. et al. (2025): Calcium pidolate supplementation enhances broiler growth, bone quality and mineral utilisation under reduced calcium-phosphorus feeding strategies.https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12964290/, Zugriff: 17.06.2026.
  • Gilani, S. et al. (2022): Global survey of limestone used in poultry diets: calcium content, particle size and solubility. Journal of Applied Animal Nutrition. https://agris.fao.org/search/en/providers/122535/records/65dea7b90f3e94b9e5d0262c, Zugriff: 17.06.2026.
  • Kihal, A., Abdelhady, A.Y., El-Safty, S.A., Radan, A., Merinero, S., Puyalto, M., Mallo, J.J. (2025): Effect of Calcium Pidolate Supplementation on Performance and Blood Metabolites in Broilers Fed Calcium- and Phosphorus-Reduced Diets. Norel S.A. Versuchsauswertung. Zugriff über interne Studienunterlagen vom 17.06.2026.
  • Kihal, A., Abdelhady, A.Y., El-Safty, S.A., Radan, A., Merinero, S., Puyalto, M., Mallo, J.J. (2025): Calcium Pidolate Improves Carcass Traits, Bone Quality and Mineral Digestibility in Broilers Fed Reduced Calcium and Phosphorus Diets. Norel S.A. Versuchsauswertung. Zugriff über interne Studienunterlagen vom 17.06.2026.
  • Fondevila, G. et al. (2021): Untersuchungen zur Reduktion von Calcium- und Phosphorgehalten durch Calciumpidolat in der Geflügelfütterung. Referenziert in den technischen Unterlagen von Norel S.A.
  • Pelicia, K. et al. (2009): Einfluss der Partikelgröße von Kalkstein auf Löslichkeit und Calciumverfügbarkeit bei Geflügel. Referenziert in den technischen Unterlagen von Norel S.A.

Hinweis: Die im Beitrag dargestellten Ergebnisse zu CALPID® basieren auf Versuchen und technischen Unterlagen unseres Partners NOREL S.A. Ergänzend wurden unabhängige wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Calcium- und Phosphorverwertung, Phytaseeinsatz, Knochenentwicklung sowie Mineralstoffmanagement in der Geflügelernährung berücksichtigt.


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