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ISCC PLUS und Natronlauge (E 524)

ISCC PLUS in der chemischen Lieferkette: Zertifizierte Nachhaltigkeit auch im Handel

ISCC PLUS – mehr als eine formale Zertifizierung

Nachhaltigkeit systematisch dokumentieren – auch im Handel

Nachhaltigkeit ist längst kein reines Image-Thema mehr. Für Industrieunternehmen – insbesondere in regulierten Bereichen wie der Lebensmittelproduktion – werden nachvollziehbare Nachhaltigkeitsnachweise zunehmend zur strukturellen Anforderung.

Mit der ISCC PLUS-Zertifizierung steht ein international anerkanntes System zur Verfügung, das nachhaltige Stoffströme dokumentiert und über definierte Auditprozesse überprüfbar macht.

Dass ein Handelsunternehmen diese Zertifizierung implementiert, ist dabei keineswegs selbstverständlich. Während viele Nachhaltigkeitssysteme primär auf Produzenten ausgerichtet sind, erfordert die Umsetzung im Handel klar strukturierte Prozesse, eine belastbare Mengenzuordnung sowie ein internes Kontrollsystem, das den Anforderungen eines externen Audits standhält.

Damit wird Nachhaltigkeit nicht nur auf Herstellerebene betrachtet, sondern entlang der Distributionsstufe systematisch abgesichert – ein wesentlicher Beitrag zu transparenteren Lieferketten in der chemischen Industrie.


Was ist ISCC PLUS?

ISCC PLUS (International Sustainability and Carbon Certification) ist ein freiwilliges, global anerkanntes Zertifizierungssystem für nachhaltige Rohstoff- und Produktströme außerhalb des regulierten Kraftstoffsektors.

Es ermöglicht die Zuordnung nachhaltiger Anteile über definierte Chain-of-Custody-Modelle, insbesondere über das Massenbilanzsystem. Nachhaltige Rohstoffe werden dabei rechnerisch erfasst und dokumentiert, auch wenn sie physisch mit konventionellen Stoffströmen vermischt werden.

ISCC PLUS basiert auf klar definierten Systemanforderungen und verpflichtet Unternehmen zu einer nachvollziehbaren und auditierbaren Dokumentation innerhalb ihres jeweiligen Zertifizierungsumfangs.


Die Systemlogik: Welche Kategorien umfasst ISCC PLUS?

Das Zertifizierungssystem unterscheidet verschiedene Nachhaltigkeitskategorien:

  • Biobasiert
  • Biozirkulär
  • Zirkulär
  • Hergestellt mit erneuerbaren Energien

In vielen Anwendungen besteht die Grundidee darin, fossilen Kohlenstoff durch biobasierte oder recycelte Alternativen zu ersetzen und diesen Anteil über Massenbilanzmodelle nachzuweisen.

Doch nicht jedes Produkt enthält Kohlenstoff.


Warum ist ISCC Plus auch für Basischemikalien relevant?

Chemikalien wie Natronlauge (E 524) sind Grundbausteine in zahlreichen Produktionsprozessen – von der Lebensmittelherstellung über Wasseraufbereitung bis hin zur chemischen Synthese. Während sich klassische Nachhaltigkeitsdiskussionen oft auf Biokunststoffe oder Energieträger fokussieren, spielt die Nachhaltigkeit der Ausgangschemikalien eine zentrale Rolle für eine wirkungsvolle ökologische Transformation.

Eine ISCC Plus-Zertifizierung zeigt gegenüber Kunden und Partnern glaubhaft:

  • dass die Verarbeitung nachhaltigen Standards folgt,
  • dass Rohstoffe aus verantwortungsvollen Quellen stammen.

Natronlauge (E 524) als besonderer Anwendungsfall

Natronlauge (Natriumhydroxid, E 524) ist eine anorganische Basischemikalie ohne Kohlenstoffanteil. Sie fällt daher nicht unter die klassischen ISCC-Kategorien „biobasiert“ oder „zirkulär“.

Ihre Zertifizierbarkeit erfolgt im Rahmen der Kategorie:

„Hergestellt mit erneuerbaren Energien“

Hier steht nicht der Austausch von Rohstoffen im Fokus, sondern die Energiequelle der Herstellung.

Natronlauge wird im Chlor-Alkali-Verfahren durch Elektrolyse gewonnen – ein energieintensiver Prozess. Wird der hierfür eingesetzte Strom nachweislich aus erneuerbaren Energiequellen bezogen, kann dies im Rahmen von ISCC PLUS dokumentiert und im Massenbilanzsystem zugeordnet werden.

Produkte dieser Kategorie sind innerhalb des Systems vergleichsweise selten, da sie eine klar zuordenbare energetische Nachhaltigkeitsbasis voraussetzen.

Die Zertifizierung von Natronlauge stellt somit keinen Standardfall dar, sondern einen strukturell besonderen Anwendungsbereich innerhalb des ISCC-Systems.


Bedeutung für Lebensmittelindustrie und Prozessanwendungen

Natronlauge (E 524) ist eine zentrale Basischemikalie in zahlreichen industriellen Anwendungen – unter anderem:

  • pH-Regulierung
  • Oberflächen- und Schalenbehandlung
  • Prozess- und Reinigungsschritte

Als technologischer Hilfsstoff ist sie im Endprodukt nicht sichtbar, für Prozesssicherheit und Produktqualität jedoch essenziell.

In der Backwarenherstellung Natronlauge ist ein entscheidender technologischer Faktor bei der Herstellung von Laugengebäck. Brezeln, Laugenbrötchen und vergleichbare Produkte werden vor dem Backprozess in eine verdünnte Natronlauge getaucht.

Die alkalische Oberfläche begünstigt während des Backens die Maillard-Reaktion, wodurch die typische braune Färbung, die glänzende Kruste und der charakteristische Geschmack entstehen.

Für Lebensmittelhersteller bedeutet das:

  • reproduzierbare Produktqualität
  • prozesssichere Anwendung
  • regulatorisch klar definierter Zusatzstoff (E 524)

Mit steigenden Anforderungen an ESG-Berichterstattung, CO₂-Transparenz und nachhaltige Beschaffungsstrategien rückt auch bei solchen etablierten Grundstoffen die Frage nach der Herstellungs- und Lieferkettenstruktur stärker in den Fokus.

ISCC PLUS ermöglicht hier:

  • dokumentierte Nachhaltigkeitszuordnung innerhalb des zertifizierten Geltungsbereichs
  • auditierbare Mengennachweise
  • belastbare Grundlagen für Nachhaltigkeitskommunikation

Für Einkäufer, Qualitätsverantwortliche und Nachhaltigkeitsmanager schafft dies eine valide Basis für transparente Lieferkettenentscheidungen.


Zukunftsperspektive: Nachhaltigkeit systemisch denken

Die Integration von Nachhaltigkeitsstandards in chemische Grundstoffe zeigt, dass Transformation nicht erst beim Endprodukt beginnt, sondern bereits bei der Auswahl und Strukturierung der eingesetzten Rohstoffe.

Unternehmen, die zertifizierte Systeme wie ISCC PLUS implementieren, schaffen:

  • strukturierte Transparenz
  • nachvollziehbare Nachhaltigkeitsdokumentation
  • eine belastbare Grundlage für langfristige ESG-Strategien

Gerade im Handel, der eine Schnittstellenfunktion zwischen Produzenten und verarbeitender Industrie einnimmt, wird diese Systemintegration zu einem relevanten Baustein verantwortungsvoll organisierter Wertschöpfungsketten.


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Quellenangaben:

  • ISCC-System – Offizielle Grundlagen, International Sustainability and Carbon Certification (ISCC), ISCC PLUS – Certification Scheme, Verfügbar unter: https://www.iscc-system.org/certification/iscc-certification-schemes/iscc-plus/, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • ISCC System Documents – Chain of Custody & Mass Balance, ISCC PLUS System Documents, Verfügbar unter: https://www.iscc-system.org/process/system-documents/, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • SGS Group, ISCC PLUS Certification Overview, Verfügbar unter: https://www.sgs.com/en/services/iscc-plus-certification, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • TÜV NORD, ISCC PLUS und REDcert² – Nachhaltigkeitszertifizierung, Verfügbar unter: https://www.tuev-nord.de/de/unternehmen/zertifizierung/iscc-plus-und-redcert2/, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • European Commission, Mass Balance Systems in Sustainable Supply Chains, Verfügbar unter: https://energy.ec.europa.eu/topics/renewable-energy/bioenergy/sustainability-bioenergy_en, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • European Food Safety Authority (EFSA), Re-evaluation of sodium hydroxide (E 524) as a food additive, EFSA Journal, Verfügbar unter: https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/5045, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • European Commission – Food Additives Database, Sodium hydroxide (E 524), Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/food-additives/search/details/E524, [Zugriff am: 23.02.2026]
  • Natronlauge (E 524) – Produkte im Fokus, Verfügbar unter: https://buefa-chemicals.de/blog/produkte-im-fokus-natronlaugeE524?p=20, [Zugriff am: 23.02.2026]

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