Futterkonservierung - Risiken verstehen, Qualität sichern, Verluste vermeiden
Mikrobiologische Risiken verstehen und gezielt kontrollieren
Warum Konservierung längst mehr ist als eine technische Maßnahme
Die Anforderungen an die Futterkonservierung haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Engere Erntefenster, zunehmende Wetterextreme und steigende wirtschaftliche Zwänge führen dazu, dass Fehler in der Konservierung heute schneller sichtbar werden – und deutlich höhere Kosten verursachen als noch vor wenigen Jahren. Feuchtegehalte schwanken stärker, Erntebedingungen sind weniger planbar und Lager- sowie Entnahmezeiträume verlängern sich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Futterhygiene, Tiergesundheit und Leistungsstabilität. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Futterkonservierung ist keine rein technische Routine mehr, sondern eine strategische Stellgröße im Betriebsmanagement.
Mikrobiologie verstehen: Warum Futter verdirbt
Mikrobiologische Prozesse beginnen nicht erst im Lager oder am Futtertisch, sondern unmittelbar nach der Ernte. Hefen, Schimmelpilze und Bakterien nutzen Feuchtigkeit, Sauerstoff und leicht verfügbare Nährstoffe, um sich rasch zu vermehren.
- Bakterielle Aktivität kann zu Fehlgärungen, pH-Instabilität und hygienischen Risiken führen.
- Hefen sind zentrale Auslöser für Nacherwärmung, insbesondere bei CCM, Silagen und TMR.
- Schimmelpilze beeinträchtigen nicht nur den Nährwert, sondern bergen auch das Risiko der Mykotoxinbildung.
Die Folgen reichen von Energie- und Nährstoffverlusten über reduzierte Futteraufnahme bis hin zu Leistungseinbußen und erhöhtem Managementaufwand. Besonders kritisch wird dies bei hohen Temperaturen, längeren Lagerzeiten oder bei aerober Belastung während der Entnahme und Fütterung.
Wirkprinzipien organischer Säuren in der Konservierung
Organische Säuren spielen eine zentrale Rolle in der Futterkonservierung, da sie gezielt in mikrobiologische Prozesse eingreifen. Entscheidend ist dabei nicht nur der Wirkstoff selbst, sondern auch dessen Formulierung und Einsatzlogik.
- Propionsäurebasierte Lösungen wirken primär gegen Hefen und Schimmelpilze und unterstützen die aerobe Stabilität von Getreide, CCM und Futtermitteln.
- Ameisensäurebasierte Lösungen zeichnen sich durch eine schnelle pH-Absenkung aus und werden eingesetzt, um bakterielle Prozesse frühzeitig zu steuern.
- Gepufferte Formulierungen verbessern die Handhabung, reduzieren Korrosivität und ermöglichen eine kontrollierte, gleichmäßigere Wirkung.
- Kombinationen verschiedener Säuren oder Ester verbinden schnelle Startwirkung mit nachhaltiger Stabilität.
Damit wird deutlich: Nicht jede Säure erfüllt dieselbe Aufgabe – und nicht jede Konservierungsaufgabe lässt sich mit einem einzigen Wirkprinzip lösen.
Unterschiedliche Anwendungen, unterschiedliche Risiken
In der Praxis unterscheiden sich Konservierungsanforderungen je nach Substrat und Anwendung deutlich:
Getreide
Hier stehen Schimmelhemmung und Lagerstabilität im Vordergrund, insbesondere bei erhöhten Feuchtegehalten oder Auswuchs. Eine gleichmäßige Applikation ist entscheidend, um lokale Verderbsprozesse zu vermeiden.
CCM und Silagen
Bei CCM und Silagen geht es sowohl um eine frühe pH-Stabilisierung als auch um die Kontrolle von Nacherwärmung während Lagerung und Entnahme. Zuckergehalt, Verdichtung und Trockenmasse spielen dabei eine zentrale Rolle.
TMR (Total Mixed Ration)
TMR ist besonders anfällig für aerobe Erwärmung nach dem Mischen. Temperatur, Standzeit und Luftkontakt bestimmen, wie schnell mikrobiologische Prozesse einsetzen. Hier liegt der Fokus weniger auf Konservierung im klassischen Sinn, sondern auf Stabilisierung während der Fütterungsphase.
Futter- und Wasserhygiene
In sensiblen Bereichen wie Mischfutter oder Tränkewasser steht eine kontinuierliche pH-Steuerung zur Unterstützung der Hygiene im Vordergrund. Handhabungssicherheit und Prozessstabilität sind hier zentrale Kriterien.
Konservierung als Entscheidungsfrage
Die Auswahl einer geeigneten Konservierungslösung ist daher immer eine Frage der richtigen Einordnung:
- Welches Substrat liegt vor?
- Wie hoch ist der Feuchtegehalt?
- Welche mikrobiologischen Risiken sind dominant?
- Wie lang sind Lager- und Entnahmezeiträume?
- Welche Rolle spielen Arbeitssicherheit und Handling?
Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Entscheidend ist, das passende Wirkprinzip für die jeweilige Anwendung zu wählen – und Konservierung als Teil eines abgestimmten Gesamtkonzepts zu verstehen.
Systemdenken statt Einzelmaßnahme
Wirksame Futterkonservierung entsteht nicht durch den Einsatz eines einzelnen Produkts, sondern durch das Zusammenspiel von Erntebedingungen, Konservierungsstrategie, Lagertechnik und Fütterungsmanagement.
Ein systemischer Ansatz hilft dabei,
- Risiken frühzeitig zu erkennen,
- Qualität gezielt zu sichern
- und wirtschaftliche Verluste nachhaltig zu reduzieren.
Konservierung ist damit kein isolierter Schritt, sondern ein integraler Bestandteil eines modernen, qualitätsorientierten Betriebsmanagements.
Konservierung ist kein Produkt, sondern eine Strategie.
Fazit
Die zunehmende Komplexität in der Futterproduktion erfordert ein neues Verständnis von Konservierung. Wer mikrobiologische Zusammenhänge kennt, Wirkprinzipien richtig einordnet und Anwendungen differenziert betrachtet, schafft die Grundlage für stabile Futterqualität und langfristige Wirtschaftlichkeit.
Der Schlüssel liegt nicht in Standardlösungen, sondern in fundierten Entscheidungen auf Basis von Praxis, Risiko und Systemverständnis.
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Quellenangaben:
- EFSA, Scientific Opinion on the safety and efficacy of organic acids as preservatives in feed. EFSA Journal. https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal [Zugriff am: 03.02.2026]
- FAO, Manual on the application of organic acids in feed preservation. https://www.fao.org/animal-production/en/ [Zugriff am: 03.02.2026]
- DLG, Getreidekonservierung mit organischen Säuren – Wirkung, Anwendung, Sicherheit. https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/themen/pflanzenbau,[Zugriff am: 03.02.2026]
- BMEL, Futtermittelhygiene und Konservierungsverfahren. https://www.bmel.de [Zugriff am: 03.02.2026]
- European Commission, Regulation (EC) No 1831/2003 on additives for use in animal nutrition. https://food.ec.europa.eu/safety/animal-feed/feed-additives_en [Zugriff am: 03.02.2026]
- Kung, L. Jr., Shaver, R. D., Interpretation and use of silage fermentation analysis reports. Journal of Dairy Science. https://www.journalofdairyscience.org [Zugriff am: 03.02.2026]
- Weinberg, Z. G., Muck, R. E., New trends and opportunities in the development and use of inoculants for silage. FEMS Microbiology Reviews. https://academic.oup.com/femsre [Zugriff am: 03.02.2026]
- VDLUFA, Richtlinien zur Beurteilung konservierter Futtermittel. https://www.vdlufa.de [Zugriff am: 03.02.2026]
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