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Energieeffizienz beginnt im Pansen

Pansenstabilität als Voraussetzung für effiziente Energieverwertung im Saisonstart

Im ersten Beitrag wurde deutlich: Die negative Energiebilanz im Saisonstart ist physiologisch nahezu unvermeidbar. Entscheidend ist daher nicht allein die Höhe der Energiezufuhr, sondern die Effizienz der Energieverwertung.

Der zentrale Ort dieser Effizienz ist der Pansen.

Hier entscheidet sich, in welchem Umfang Kohlenhydrate in flüchtige Fettsäuren (VFA) umgewandelt werden, wie stabil das mikrobielle Ökosystem bleibt und ob eine hohe Trockenmasseaufnahme langfristig möglich ist.

Aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen, dass selbst moderate Verschiebungen im Pansenmilieu signifikante Auswirkungen auf Stoffwechselstabilität und Leistungsentwicklung haben.


Fermentationsdynamik im Saisonstart: Struktur vs. Stärke

Mit Beginn der Laktation steigt der Anteil schnell fermentierbarer Kohlenhydrate in der Ration. Ziel ist eine höhere Energiedichte.

Die Folgen im Pansen:

  • erhöhte Propionat- und Laktatbildung
  • beschleunigte VFA-Produktion
  • reduzierte Pufferkapazität
  • pH-Absenkung

Ein anhaltend niedriger pH-Wert beeinträchtigt:

  • die cellulolytische Mikroflora
  • die Faserverdauung
  • die mikrobielle Proteinsynthese
  • die Futteraufnahme

Neuere wissenschaftliche Reviews zur subakuten Pansenazidose (SARA) betonen, dass diese Prozesse häufig subklinisch verlaufen und daher in der Praxis unterschätzt werden.


Subakute Pansenazidose als limitierender Faktor der Energieverwertung

SARA (Subakute Pansenazidose) wird heute nicht mehr nur als Verdauungsstörung betrachtet, sondern als systemisches Risikoelement im Übergangszeitraum.

Wissenschaftlich beschrieben sind Zusammenhänge zwischen:

  • Pansen-pH-Schwankungen
  • Endotoxinfreisetzung
  • Entzündungsreaktionen
  • reduzierter Futteraufnahme
  • verminderter Milchfettbildung

Damit entsteht eine zentrale Erkenntnis:

Eine instabile Pansenfermentation reduziert die Nettoenergieausbeute – selbst bei rechnerisch optimaler Ration.

Energieverluste entstehen nicht im Futtersilo, sondern im mikrobiellen Gleichgewicht.


Pansenstabilisierung als strategischer Managementansatz

Vor diesem Hintergrund rückt die Stabilisierung des Pansenmilieus stärker in den Fokus.

Wissenschaftlich diskutierte Ansatzpunkte sind:

  • Erhöhung der strukturellen Wirksamkeit der Ration
  • Optimierung des Stärkeabbaus
  • gezielte Pufferstrategien
  • Unterstützung der mikrobiellen Balance

Ziel ist nicht die maximale Fermentationsgeschwindigkeit, sondern eine kontrollierte, stabile Fermentation mit gleichmäßiger VFA-Produktion.

Eine stabile pH-Dynamik fördert:

  • konstante Trockenmasseaufnahme
  • verbesserte Faserverdauung
  • effizientere mikrobielle Proteinsynthese
  • nachhaltige Energieverfügbarkeit

Kombination aus Energiezufuhr und Milieustabilisierung

Die aktuelle Literatur zur Übergangsfütterung (2024/2025) bestätigt zunehmend, dass erfolgreiche Strategien zwei Ebenen kombinieren müssen:

  1. Glukoplastische Energiequellen zur kurzfristigen Stabilisierung der Energiebilanz
  2. Milieustabilisierende Maßnahmen, um die Energieeffizienz zu sichern

Nur wenn beide Ebenen ineinandergreifen, lässt sich die Dauer und Intensität der negativen Energiebilanz reduzieren.

Damit wird deutlich:

Die metabolische Resilienz im Saisonstart ist kein Einzelinstrument, sondern ein integratives Konzept.


Praktische Umsetzung: Milieustabilisierung im Rationskonzept

Die wissenschaftliche Diskussion zur Stabilisierung des Pansenmilieus konzentriert sich zunehmend auf die gezielte Beeinflussung der Fermentationsdynamik. Neben strukturellen Rationsanpassungen und klassischen Puffersubstanzen gewinnen Konzepte an Bedeutung, die auf einer Kombination organischer Säurekomponenten basieren.

Solche Ansätze verfolgen das Ziel:

  • pH-Schwankungen abzuflachen
  • die mikrobielle Adaptationsfähigkeit zu erhöhen
  • Fermentationsspitzen zu regulieren
  • die VFA-Bildung gleichmäßiger zu gestalten

Produkte wie Rumalato®, basierend auf Salzen der Äpfelsäure (Malat), wirken direkt auf die ruminale Fermentation. Sie fördern die Umwandlung von Laktat zu Propionat, stabilisieren den Pansen-pH und verbessern damit die Energieeffizienz, da Propionat die wichtigste glukoplastische flüchtige Fettsäure im Wiederkäuerstoffwechsel darstellt.

Im Zusammenspiel mit glukoplastischen Substraten kann dadurch:

  • die Futteraufnahme stabilisiert
  • die Nettoenergieausbeute verbessert
  • das Risiko subklinischer Azidosen reduziert
  • die Dauer der negativen Energiebilanz verkürzt

werden.

Entscheidend ist dabei die Integration in ein ganzheitliches Fütterungskonzept – nicht die isolierte Einzelmaßnahme.


Fazit

Die aktuelle wissenschaftliche Evidenz unterstreicht:

  • Energiezufuhr und Milieustabilität sind komplementäre Strategien.
  • Der Pansen fungiert als zentraler Regler der Energieeffizienz.
  • Organisch-säurebasierte Stabilisierungskonzepte können zur Reduktion fermentationsbedingter Schwankungen beitragen.

Im Saisonstart entscheidet somit nicht nur die Energiedichte der Ration –
sondern die Stabilität des mikrobiellen Systems, das diese Energie nutzbar macht.


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Quellenangaben:

  • Golder, H.M. (2024). Ruminal acidosis and its definition — a critical review. Journal of Dairy Science. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022030224010956, [Zugriff am: 11.02.2026]
  • Fritzen, A. et al. (2025). Inflammation in the transition period of dairy cows: metabolic interactions. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12737602/, [Zugriff am: 11.02.2026]
  • Flück, A.C. et al. (2025). Energy level during the cow transition period — systematic review and meta-analysis. https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-dairy-research/article/is-there-an-appropriate-energy-level-in-the-diet-during-the-cow-transition-period-a-systematic-review-and-metaanalysis/AF996020C359D13C50193C37753B1CE6, [Zugriff am: 11.02.2026]
  • Daros, R.R. et al. (2022). Risk factors for transition period disease in dairy cows. Journal of Dairy Science. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022030222002405, [Zugriff am: 11.02.2026]
  • Productive responses to supplementation with RUMALATO® in beef calves, https://norel.net/en/productive-responses-supplementation-rumalato-beef-calves/, [Zugriff am: 11.02.2026]

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